GANZ SPEZIELLE BIENEN

Die Goldene Schneckenhaus-Mauerbiene (Osmia aurulenta) und die Zweifarbige Schneckenhausbiene (Osmia bicolor).

Nicht alle Wildbienen nisten in Hohlräumen und können mit den bekannten "Insektenhotels" gefördert werden. Ein Grossteil der Arten ist erdnistend und nur eine Handvoll der von über 600 Wildbienenarten in der Schweiz sind auf leere Schneckenhäuser angewiesen. Zwei davon sollen hier vorgestellt werden.

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ARTENPORTRAIT OSMIA AURULENTA

Bis auf 2000 Meter in den Alpen auf Brachen, Böschungen und in naturnahen Gärten ist Osmia aurulenta zu finden. Sie fliegt von April bis August in einer Generation. Leere Schneckenhäuser, besonders beliebt diejenigen von Weinbergschnecken, werden von den Bienen als Schlafplatz und zur Anlage ihrer Brutzellen genutzt.  In einem Schneckenhaus haben bis zu 10 Brutzellen Platz, neben- und hintereinander. Die Häuser werden mit zerkauten Pflanzenteilen, sogenanntem Pflanzenmörtel, getarnt, aber nicht wie bei Osmia bicolor mit Halmen bedeckt. Wer ein grün gesprenkteltes Schneckenhaus findet, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Bienenkinderstube vor sich.

ARTENPORTRAIT OSMIA BICOLOR

Sogar bis auf 2200 Meter an Böschungen, Heckensäumen und Waldrändern lebt Osmia bicolor. Von März bis Ende Juni ist sie bei ihrem speziellen Nestbauverhalten zu beobachten. Anders als Osmia aurulenta legt sie nur eine bis vier Brutzellen pro Schneckenhaus an und bevorzugt daher kleinere Häuser, beispielsweise die der Bänderschnecken. Nach dem Eintrag von Pollenproviant, der Eier und Pflanzenmörtel als Wand zwischen den Brutzellen schmückt auch sie das Haus mit Mörtel. Anschliessend dreht sie es so, dass es gerade auf dem Boden aufliegt und baut aus Kiefernnadeln und dürren Grashalmen einen Haufen, der es ganz bedeckt. Das kann mehrere Stunden bis zu einem halben Tag dauern.

 

Vorsicht beim Sammeln

Beim Sammeln von leeren Schneckenhäusern als Dekomaterial sollte immer geprüft werden, ob sie bereits von Bienen belegt sind. Beim vermeintlichen "Schmutz" handelt es sich oft um Brutzellen, die durch Auswaschen zerstört werden. Noch besser ist es, die Häuser an Ort und Stelle zu belassen.

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Schutz

Beide Bienenarten leiden unter zu sorgfältiger Gartenpflege und intensiver Landwirtschaft. Dadurch dass die Schneckenhäuser ein Jahr lang möglichst unbewegt in Ruhe liegen sollten, sind sie anfällig für Störungen durch menschliche Aktivitäten. Wer sie fördern möchte, sollte auf naturnahe Gartenpflege mit unbetretenen Randflächen setzen und kann gezielt Schneckenhäuser auslegen. Besiedelte Häuser können mit einem Stecken markiert werden, um eine verehentliche Zerstörung zu vermeiden.

Einheimische Blühpflanzen sind als Nahrungsquelle unverzichtbar, doch da die Bienen polylektisch, also nicht auf spezielle Pflanzenarten angewiesen sind, ist keine bestimmte Auswahl nötig.

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Ertappt

Die "Mini-Scheiterhaufen" fallen beim genausen Hinsehen auf. Mit etwas Glück lassen sich die Bienen bei ihrer Arbeit beobachten. In diesem Video ist zu sehen, wie die Zweifarbige Schneckenhausbiene Omsia bicolor das mit Brutkammern gefüllte Schneckenhaus sorgsam mit Halmen bedeckt.

 

FUNDMELDUNGEN

Haben Sie eine der beiden Bienen in Mettmenstetten und Umgebung gesehen? Wir freuen uns auf Ihre Fundmeldungen unter information@nsg-mettmenstetten.ch. Bilder werden in der Galerie auf Wunsch gerne veröffentlicht.

 
Männchen von Osmia aurulenta
Männchen von Osmia aurulenta
Potentiell interessantes Haus